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Dialog zwischen Manh und Jamie – Singer/Songwriter in Bern

Dialog zwischen Manh und Jamie – Singer/Songwriter in Bern

Es waren einmal zwei Künstler. Sie trafen sich und fanden sich sympathisch. Sie fanden heraus, dass Sie einiges gemeinsam hatten. Freundschaften fangen manchmal genau so an. Liebe Leser, hört bitte auf Terrornachrichten zu schauen. Redet miteinander. Dann kriegt ihr die News, die für euch relevant sind. Klar passiert praktisch jeden Tag irgendwo auf der Welt etwas Schreckliches. Aber muss man das wirklich immer alles wissen? Was ist relevant? Dialogisieren statt Terror konsumieren. Im Hier und im Jetzt!

 

Ihr seid beide Singer & Songwriter und habt womöglich auch sonst noch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Wie ist es dazu gekommen?

 

Manh: Wir haben uns in der Propeller Bar in Bern am Open Stage im Mai 2017 kennengelernt. Jamies Art, Offenheit und Musik fand ich sehr sympathisch.  

Die beiden haben sich dann im ONO wieder getroffen:

 

Jamie: Ja genau, dass war ein toller Abend! Wir waren beide etwas früher da zum Anmelden und kamen dann ins Gespräch. Ich habe sofort gespürt dass Manh eine absolute Künstlernatur ist und war neugierig.  

 

Wie fühlt es sich an auf der Bühne zu stehen? Worin liegen die Herausforderungen?

 

Manh: Wenn ich singe und spiele bin ich ehrlich, offen und persönlich. Ich verfalle in einen trance-artigen Zustand, der sich transzendental anfühlt. Sobald ich mit einem Song fertig bin, realisiere ich jeweils, dass ich gerade “weg” war und auf der Bühne stehe.

Meine Motivation öffentlich aufzutreten ist es mich mit Menschen zu verbinden, gemeinsam zu teilen und für eine kurze Dauer gemeinsam einen – im besten Falle magischen und fruchtbaren – Weg zu gehen.

 

Jamie: Ich wurde schon öfters als “Bühnensau” bezeichnet. In der Tat habe ich keine Mühe mich mit meiner Musik oder anderen künstlerischen Aktivitäten öffentlich zur Schau zu stellen. Da fallen mir “reguläre” soziale Situationen oft wesentlich schwerer, was ziemlich witzig ist wenn man sich das so überlegt. Die Herausforderung ist nicht der Auftritt selber sondern alles was vor und nach dem Auftritt ist.

 

Was ist ein guter Song für Dich?

 

Jamie:

Musik ist von mir ausgesehen nichts anderes als einen Behälter für Emotionen.

Ich würde behaupten mit einer gewissen Sensibilität merkt man sofort ob jemand wirklich sein Herzensblut in einen Song gesteckt hat oder nicht. Das ist auch Voraussetzung dass ich einen Song überhaupt erst anhöre, denn was habe ich von einem Behälter mit nichts als heisser Luft darin.

 

Manh:

Einer, der von Herzen kommt und sich integer anfühlt.

In der Schweizerischen Bundesverfassung steht folgendes:

Art. 21 Kunstfreiheit  Die Freiheit der Kunst ist gewährleistet.”

Was fällt euch spontan dazu ein und wie wird dies in der Förderung von Kunst im Allgemeinen umgesetzt?

 

Jamie: Ich denke Künstler haben eine extrem wichtige Aufgabe in jeder Gesellschaft. Meiner Meinung nach liegt der Job von Künstlern darin, möglichst unverzerrt Gefühls- und Gedankenwelten in die eigenen Ausdrucksformen einzubringen. Seien das eigene Eindrücke oder die Eindrücke von anderen.

Dieser Prozess ist Verbunden mit Blut und Schweiss, denn sobald man anfängt zu graben kommt viel innerer und äusserer “Dreck” zum Vorschein (Zum Glück nicht nur Dreck).

Künstler agieren dann sozusagen als “Spiegel” mit welchen Konsumenten einen Blick in die eigenen tiefen werfen können.

Dies ist elementar, denn wir leben in einer Welt welche Gefühle nicht gutheisst. Wir werden darauf konditioniert dass wir unangenehmen Dingen ausweichen und uns abstumpfen. Ich denke es nicht nicht nötig zu eruieren was für verheerende Folgen das nach sich zieht.

Genau darum müssen Künstler Ihren Job verrichten können, was in der Schweiz im Gegenzug zu vielen anderen Ländern glücklicherweise gewährleistet ist.

 

Ich denke in der Schweiz müssen wir uns nicht darin versäumen darüber zu diskutieren was der Stadt mehr tun sollte für die Kunst, sondern uns selber herausfordern und prüfen ob wir wirklich ehrlich sind mit uns und wir die Kunst nicht missbrauchen als Ego-Befriedigendes Werkzeug.

 

Manh: Meinungsfreiheit im Rahmen der Menschenrechte liegt mir allgemein besonders am Herzen. Hierzu gehört auch die Freiheit der Kunst. Kunst ist für mich eine weitere bereichernde Existenzform in unserer Gesellschaft, unter der schönen Vielfalt von weiteren Existenzarten. Kunst kann persönlich, befreiend, Überlebensstrategie und bereichernd sein. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, künstlerisch so frei wie möglich sein zu dürfen. Liebe bedeutet auch Freiheit.

 

In der Schweiz ist die Freiheit der Kunst meiner Meinung nach sehr gut gewährleistet und wird sogar gefördert und subventioniert (vom Bild, zum Buch, Theater usw.). Weltweit gesehen ist dies leider nicht immer der Fall (Bsp. Russland).

 

Woran arbeitet Ihr im Moment?

 

Manh: Am Leben als Mensch allgemein:-) Ansonsten an meinem zweiten Album. Zudem bin ich auf der Suche nach einem passenden Musiklabel.

 

Jamie: Mit mir selber umgehen zu können. Die wahrscheinlich mit Abstand grösste Herausforderung.

Konkret in der Musik arbeite ich mit meiner Band daran unsere zahlreichen Songs endlich mal richtig aufnehmen zu können und Gigs zu organisieren, nebst dem Schreiben von neuen Songs.

 

Wie weit würdet Ihr für euer Projekt gehen?

 

Jamie: Ich denke Kunst kann man nicht erzwingen, daher würde ich nicht besonders weit gehen.

Ich investiere gerne Blut und Schweiss in die Musik, aber sobald es verkrampft wird macht es von mir ausgehen nicht besonders Sinn, denn da verliere ich die Freude daran.

 

Manh: Liebe, Wachstum, Freiheit und Integrität sind für mich als Mensch essentiell. Ich verteidige diese so bewusst wie ich kann.

 

Kennt Ihr www.newTree.org? Was denkst Ihr darüber?  Welche Charity-Organisationen unterstützt ihr und wieso?

 

Jamie: Ich kannte die Seite noch nicht bisher, bin aber begeistert vom ganzen Konzept und der Umsetzung, werde wahrscheinlich zu einem regelmässigen Besucher.

 

Ich persönlich unterstütze aktuell keine Charity-Organisation in Form von finanziellen Geldern. Ich bin momentan noch in der Ausbildung, obwohl das nicht als Ausrede durchgeht bei diesen “Fundraisern” auf der Strasse, welche allen ein schlechtes Gewissen verbreiten um ihre Provision an Spendengeldern zu erhalten – Heikles Thema.

 

Ich möchte aber keinesfalls kleinreden was Organisationen wie Amnesty, World Vision, Unicef, etc. alles gutes Bewirken. Sicher werde ich in Zukunft diese wesentlich mehr Unterstützen.

Manh: Bevor ich Stefan kennenlernen durfte noch nicht. Aber nach der Recherche kann ich mich mit newTree.org identifizieren. Menschenrechte sind für mich, wie bereits erwähnt, essentiell und lohnenswert sich dafür einzusetzen. Ein friedliches Zusammenleben und Eigenverantwortungen zu übernehmen sind möglich.

 

Seit Jugendlicher arbeite ich sowohl ehrenamtlich als auch beruflich selbst für Menschenrechte (Amnesty International, Queeramnesty, Jugendrotkreuz, IHRF).

 

Ihr habt beide einen gewissen Bezug zu Bäumen (Manh Visitenkarte ; Jamie: T-Shirt) , woher kommt das?

 

Jamie: Ich bin aufgewachsen in der Lenker Bergwelt am Ende des Simmentals, wo es nicht viel anderes hat als Bäume und Berge. Witzigerweise wurde meine Liebe zur Natur allerdings erst richtig ausgeprägt als ich nach Bern zog.

Wenn ich an einem Tag nicht wenigstens ein paar MInuten im Wald war geht es mir nicht besonders gut.

 

Manh: (Selbst-)Bewusstsein, Empathie, Menschenrechte und Nachhaltigkeit sind mir seit jeher wichtig. Hierzu gehört für mich auch ein sorgfältiger Umgang mit der Umgebung.

 

Würdet Ihr einen Song für den Weltfrieden schreiben? Oder habt ihr dies vielleicht bereits getan?

 

Jamie: Ich habe tatsächlich mal so etwas in der Art geschrieben als ich 16 oder 17 war. Der Song sprach allerdings sogleich die Problematik von solchen Songs an und heisst auch “Illusion Song”. Der Refrain des Songs ist quasi auf einer Meta-Ebene geschrieben: “This may be another Illusion Song, but if we give up them up to what will be left. Of course actions are better than talking, but if we don’t have the dream we won’t do anything”

Heute würde ich wohl nicht mehr so schreiben, aber dieser Song landete auf der neusten CD meines Vaters welcher auch Musiker ist. Sein Name ist John Hänni und nein, wir sind nicht verwandt mit dem DSDS Gewinner Luca Hänni.

 

Manh: Songs für Weltfrieden können zu Kitsch und Idealisierung tendieren. Deshalb ist es für mich persönlich immer eine Gratwanderung. Für mich stellt sich auch die Frage, was denn Weltfrieden bedeutet? Wie sieht dieser überhaupt aus? Gibt es den nicht jetzt schon?

 

Doch Songs für die Verbesserung gewisser Zustände habe ich auch schon geschrieben.

 

Habt Ihr auch noch andere innovative Projekte oder was steht als nächstes an?

 

Manh: Ich werde hoffentlich auch in Zukunft weiterhin versuchen emphatisch zu leben. Dies kann verschiedenste Formen und Projekte als Auswirkungen annehmen.

 

Jamie: Ich organisiere momentan ein Festival in Krakau, habe Ideen für eine Buch- und Film Trilogie und nebenbei versuche ich mein Leben irgendwie in den Griff zu bekommen.

 

Welche Fragen möchtet Ihr euch gegenseitig über die Zukunft stellen? Ihr habt jetzt die Gelegenheit dazu diese zu beantworten.

 

Jamie’s Fragen: Manh’s Antworten:
Was ist dein grösster “Sticky Point” im Leben. Was ist es, dass dich am meisten zurückhält in deiner Selbstentfaltung? Ich selbst
Was würdest du deinem 5 Jahre jüngeren “Du” mitteilen wenn du könntest? Nichts, da ich bis anhin nichts bereue und alles zum Wachstumsprozess dazugehörte und dazugehört.
Was möchtest du in deinem Leben der Menschheit mitgeben? Was ist dein tiefstes Anliegen? Meine Empathie und Liebe dankbar teilen und verbinden.
Manh’s Fragen: Jamie’s Antworten:
Wo siehst du dich eher: In der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Ich möchte gerne zu 100% in der Gegenwart sein. Komme dann immer in Stress wenn mein Kopf wieder mal viel Lärm von sich gibt, was eigentlich lächerlich ist. Wir können nicht anders als im Moment zu Leben, wir sind ja immer präsent genau da wo wir sind. Die einzige Frage ist ob wir das so erkennen oder nicht.
Kopf oder Bauchgefühl? Bauchgefühl. Der Kopf kann nichts begreifen was über blosse Formen und Dinge hinausgeht.
Was sind deine grössten Sorgen und Ängste? Die Angst nicht voll im Leben zu sein. Zu wenig Intimität zu haben. Das Leben zu verpassen.
Was ist dein grösster Wunsch? Dass Menschen wieder Menschen sind und nicht versuchen Masken zu tragen.
Was ist für dich Liebe? Alles was nicht Angst ist. Liebe kennt keine Formen und Systeme. Liebe lässt sich nicht stuktiereren. Jeder Versuch Liebe zu verstehen, führt mich weiter weg davon Liebe zu erleben.
Wo siehst du dich und deine Musik? Ganz ehrlich, keine Ahnung. Vielleicht spiele ich in 2-3 Jahren oft und häufig an Konzerten, vielleicht auch einfach für mich in meinem Zimmer. Ich kann es wirklich nicht sagen, da ich momentan auch nicht wirklich weiss was ich will.

 

Habt Ihr schon mal einen Baum umarmt? Wann das letzte Mal und wieso? P.S. ist gesund…

 

Manh: Ja. Das war bei einer Wanderung im Tessin.

 

Jamie: Ein paar mal. Zuletzt als ich abends durch meinen lokalen Wald lief. Man fühlt wirklich diese Verbundenheit. Wer das komisch findet, soll es einfach mal ausprobieren.

 

Über welche Interviewpartner würdet Ihr gerne einen Dialog auf www.MyTree.TV lesen? (Vorschläge)

 

Jamie: Mein Vater John Hänni wäre ein sehr spannender Gesprächspartner mit klaren Vorstellungen vom Leben, er ist auch Musiker.

Gegenstimmen sind wirklich immer toll. Zum Beispiel ein Dialog zwischen einem Künstler und einem Manager in der Wirtschaft wäre sehr spannend.

 

Manh: Interessant ist es für mich immer Gegenstimmen sprechen zu lassen. Diese sind genauso bereichernd.

 

Herzlichen Dank für Deine Zeit und die Beantwortung dieser Fragen.

P.S. Vielleicht kennt Ihr jemanden, der ebenfalls gerne Interviews macht… 😉

 

 

Haupt-Social-Media-Kanäle & Links:

 

Manh:

https://soundcloud.com/user-153199546

 

https://www.instagram.com/manh_who_dis/

 

https://www.youtube.com/channel/UCiesVpwz3Ra-KqJ8l2zs-kQ

 

Jamie:

 

https://soundcloud.com/frabjousband

 

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